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DARC Ortsverband Korbach F47

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  • Aktion: Was macht mir Mut?

    Dienstag, 21. Juni 2022, Waldeckische Landeszeitung / Lokales

    Was Mut macht in der Region

    Aktion zum „Tag der offenen Gesellschaft“ in Korbach

    VON LUTZ BENSELER UND PHILIPP DAUM

    Tag der offenen Gesellschaft im Korbacher Bürgerhaus: (von links) Latif Hamamlyeh Al-Homssi und Theresa Habich von der Fachstelle für Migration und Integration des Landkreises informieren über ihre Arbeit. Fotos: Lutz Benseler

    Korbach – „Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.“ Mit diesem geliehenen Zitat traf Dr. Thomas Herrmann vom Rotary Club Korbach-Bad Arolsen genau den richtigen Ton. Beim von der Stadtbücherei Korbach und dem Verein „Lesebändchen“ veranstalteten Aktionstag zum „Tag der offenen Gesellschaft“ ging es am Samstag vor allem darum, positive Gedanken zu fassen und zu verbreiten. Eine Frage stand hierbei im Mittelpunkt: „Was macht mir Mut in meiner Region?“ Initiativen und Institutionen aus Waldeck-Frankenberg hatten sich im Korbacher Bürgerhaus eingefunden, um genau dieser Frage auf den Grund zu gehen.

    Nach der Begrüßung durch Bücherei-Leiterin Susanne Zimmerer sagte Manfred Weinreich, Vorsitzender des Vereins „Lesebändchen“: „Wenn ich mich traue, mich in unbequeme Situationen zu begeben, brauche ich Mut. Also lasst uns nun darüber reden, was uns Mut macht.“

    An verschiedenen Tischen kamen daraufhin die Teilnehmer und Gäste des Aktionstags miteinander ins Gespräch. Häufig wurde darauf hingewiesen, dass eine offene Gesellschaft nur dann entstehen und aufrechterhalten werden könne, wenn man auch mutig auf andere, fremde Menschen zugehe. „Oft ist es das Neue, was den einen oder anderen davor zurückschrecken lässt, den Kontakt zu suchen. Doch genau darum geht es – mutig sein und mit anderen Menschen ins Gespräche kommen“, sagte eine Teilnehmerin.

    Ähnlich hatte es zuvor auch Stadtrat Thomas Kuhnhenn bei seiner Begrüßungsrede ausgedrückt. Er war sich sicher, dass „mutig sein im Kleinen“ für eine offene Gesellschaft sehr hilfreich sei. „Daher lasst uns raus gehen, Veranstaltungen wie diese besuchen und mit anderen Menschen in Kontakt treten“, sagte er.

    Am Ende ging es bei den Diskussionsrunden, die von Moderator Uwe Weißflog aus Harbshausen eingeleitet wurden, auch um die Frage, was man selbst tun könne, um mutig zu bleiben. Die Ergebnisse aus den Tisch-Gesprächen wurden schließlich auf einem großen Blatt Papier zusammengetragen und später allen anderen Teilnehmern präsentiert.

    Beim „offenen Marktplatz“ stellten sich anschließend insgesamt 15 Vereine, Initiativen und Institutionen aus der Region vor. Mit dabei waren unter anderem die Selbsthilfekontaktstelle und die Fachstelle für Migration und Integration des Landkreises sowie der neue Korbacher Streetworker Mehmet Kahya. Die Louis-Peter-Schule zeigte ihr Schulgarten-Projekt: Die Schülerinnen und Schüler bewirtschaften eine Parzelle im Kleingartenanlage Rhenaer Weg.

    Auch der Verein „Ussgepackt“ stellte sich vor, der einen Unverpacktladen in der Flechtdorfer Straße für seine Mitglieder betreibt.

    Der Korbacher Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs hatte jede Menge Technik mitgebracht.

    Für Musik sorgte das Duo „Tonart“ mit Gerald Berberich und Claudia Paul im Hof des Bürgerhauses.

  • WLZ-Pressebericht: Kurzwelle geht immer

    Samstag, 20. August 2022, Waldeckische Landeszeitung

    Kontakte rund um den Globus

    Amateurfunker aus Korbach betreiben ihr Hobby mit großer Leidenschaft

    VON MARCUS ALTHAUS



    Enorme Reichweite: Bundesliga-Fußballergebnisse im brasilianischen Dschungel abseits
    der Zivilisation zu bekommen, ist Christoph Piorek in seiner Funkerlaufbahn auch be-
    reits gelungen. Fotos: Ortsverband Korbach F47 im DARC e.V./pr

    Korbach – Manche Wissenschaftler, Raumfahrer, Staatsoberhäupter oder Prominente eint ein besonderes Hobby: der Amateurfunk. Er begeistert weltweit rund drei Millionen Funkamateure.

    Berühmte Namen wie Marlon Brando (verstorben 2004), Priscilla Presley oder Juan Carlos I. zählten bzw. zählen dazu. Aber auch der Bundesvorsitzende der CDU, Friedrich Merz, ist Funkamateur und verfügt über ein Rufzeichen.

    Die Kommunikation über elektromagnetische Wellen hat es ihnen angetan. Ursächlich sind dabei die unterschiedlichsten Gründe. Faszinierende Technik, enorme Reichweiten und eine weltweite Gemeinschaft begeistern die Funker. Das bestätigen auch die Funkamateure aus Korbach.

    Der seit 1975 bestehende hiesige Ortsverband hat Technik-Fans, Funk-Spezialisten und Morse-Kenner in seinen Reihen. Vom neuesten Modell, was digitale Sendeempfänger anbelangt, bis zum bewährten Gerät Marke Eigenbau erstreckt sich die vorhandene Technik. Sowohl mobil mit transportablen, bis zu 18 Meter hohen und 80 Meter langen Antennen oder stationär aus der eigenen Wohnung heraus sind die begeisterten Funker zu jeder freien Minute im Äther unterwegs.

    Fotos: Ortsverband Korbach F47 im DARC e.V./pr 

    Mal ist es die Suche nach einer bisher nicht erreichten Verbindung, mal wird gezielt die Kommunikation mit bekannten Rufzeichen aufgebaut, um sich auszutauschen. Auch gibt es Wettbewerbe, bei denen in einem bestimmten Zeitraum so viele Kontakte wie möglich aufgenommen werden müssen.

    Vereinsmitglied Peter Ladwig aus Korbach hatte schon einmal Kontakt zum mittlerweile abgedankten spanischen König Juan Carlos I. Andere Vereinsmitglieder funkten in den 1990er Jahren mit dem König von Jordanien, Hussein I. (verstorben 1999).

    Auf Englisch und ohne förmliche Anrede laufen die Gespräche. Amateurfunker duzen sich. Das gilt auch für Hoheiten, die am Sendeempfänger behandelt werden wollen wie jeder andere. Es spielt keine Rolle, über welchen Beruf, Status oder Bekanntheitsgrad ein Amateurfunker im Alltag verfügt. Am Funkgerät ist er einfach ein Mensch, der Kontakt aufnimmt und sich freut, Antworten aus allen Winkeln der Erde zu bekommen.

    „Oftmals wird einem erst im Laufe des Gesprächs bewusst, wen man da offensichtlich vor sich hat“, beschreibt Peter Ladwig. Am Ende steht eine begehrte „QSL- Karte“. Dies ist eine Bestätigung der Funkverbindung, die einer Postkarte ähnelt und die Daten belegt. Für Funkamateure ist sie ein gut gehütetes Sammelobjekt.

    Die Leidenschaft für das Hobby beginnt häufig in jungen Jahren und hält oft ein Leben lang. Viele der Korbacher Amateurfunker kennen noch die Zeiten, in denen es keine Handys gab.

    Manche sind erfahrene Segler, für die Funk die einzige Möglichkeit war, auf hoher See zu kommunizieren. Andere haben Spaß am Tüfteln und wussten schon früh, wie Funksignale einzufangen sind.

    Bereits seit fast 100 Jahren organisieren sich Amateurfunker rund um die Weltkugel und folgen ihrem Kodex. Sie helfen dabei auch, die Frequenzen von möglichen elektromagnetischen Störsignalen, welche meist von unzulänglichen Elektrogeräten ausgehen, freizuhalten.

    In Deutschland vergibt die Bundesnetzagentur nach bestandener Prüfung eine hierzulande nötige Lizenz. Erst dann kann ein Funker mit offiziellem Rufzeichen das gesamte erlaubte Spektrum an Frequenzen für eigene Sendetätigkeiten nutzen.

    Das Zuhören (Empfangen) ist indes ohne Genehmigung möglich. „Dazu reichen heute ein Computer, eine entsprechende Software für einen Breitband-Empfänger mit DVB-T-Stick“, wie Friedemann Heinrichs ergänzt.

    „Funkamateure sind mit ihrem Equipment in der Lage, auch dann noch Verbindungen herzustellen, wenn Telefon, Handynetze, Internet und sogar das Stromnetz ausgefallen sind. Mit Telegrafie-, Sprech-, Fernschreib-, Daten-, Bild- und Videofunkverbindungen unterstützen sie in Not- und Katastrophenfällen die Bevölkerung und Behörden“, ergänzt Jens Reichhart. Er ist der Vorsitzende des Ortsverbands Korbach (F47) im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V.

    Selbst im Urlaub haben er und die anderen Mitglieder fast immer einen kleinen Weltempfänger zur Hand oder ihre portablen Funkgeräte, die für Rucksackgrößen oder Armaturenbretter in PKW auch selbst gebaut werden.

    Jens Reichhart testet einen der neuesten Sendeempfänger, der in einen Kleinwagen eingebaut wurde. Foto: Marcus Althaus

    Christoph Piorek betont: „Bei den Reichweiten gibt es für Amateurfunker nahezu keine Grenzen. Bis nach Neuseeland oder in die Antarktis sind die Verbindungen möglich.“ Auch Kontakte zur Raumstation ISS gibt es, wenn diese Mitteleuropa überquert. Manchmal werden von dort Fotos per Funk gesendet. „Wir betreiben auch eine digitale Relaisfunkstelle, welche weltweite Verbindungen mit einem Handfunkgerät ermöglicht. Die Funkstellen sind übers Internet miteinander verbunden“, so Reichhart.

    Die Korbacher Funker haben viele Geschichten parat, wann, wo und wofür ihre Geräte schon eingesetzt wurden, ob in die Karibik oder aus dem brasilianischen Dschungel heraus: „Kurzwelle geht immer“, unterstreicht Piorek. Kurzwellen breiten sich von einem Sender über die gesamte Weltkugel aus und lassen sich dadurch auch überall empfangen, selbst in Krisen- und Kriegsgebieten. Allerdings sind die Funkamateure weltweit aktuell dazu angehalten, mögliche Hilferufe aus der Ukraine direkt ans Rote Kreuz weiterzuleiten ohne Kontakt mit dem Sender aufzunehmen, um diesen nicht als potenzielles Kriegsziel ermittelbar zu machen.  ma


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